Amazon 2017 Report: Analyse von Amazons Jahresergebnis 2017

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Einleitung

Die Zahlen des Amazon Jahresreports sind wieder verfügbar! In diesem Artikel erfahrt Ihr alles über die wichtigsten Zahlen, Kennziffern und Statistiken rund um Amazons Jahr 2017, dass wie zu erwarten sehr beeindruckend war. 178 MRD Dollar Umsatz. Plus 40 MRD Dollar Wachstum in einem Jahr!
Was bedeutet das Jahresergebnis für Deutschland für den E-Commerce und die weitere Entwicklung?
Haben andere Händler überhaupt noch eine Chance gegenüber Amazon? Oder ist Hopfen und Malz bereits verloren?

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen wollen wir nochmal einmal darauf eingehen wer eigentlich der direkte Konkurrent von Amazon ist. Zunächst denkt der gewiefte Marketer natürlich an Zalando, Otto, About You, Wish, Media Markt und Saturn. Daneben gehören natürlich zusätzlich viele kleinere Händler, jedoch auch Logistikunternehmen, oder andere Tech Unternehmen wie Google. Stichwort Google Home, als direkter Konkurrent im Bereich der Sprachassistenzsysteme leisten sich Google und Amazon regelmäßig einen öffentlichen Schlagabtausch. Google konkurriert jedoch nicht nur in diesem Bereich mit Amazon. Mit der enormen Dominanz von Amazon im Internet verliert Google bei Produktsuchen stetig an Relevanz. Über 50% der Produktsuchen starten bereits auf Amazon (Quelle: Bloomberg 2016)

Wie Amazon seine Konkurrenz sieht?

Amazon Wettbewerber Marketing E-Commerce

Besonders dieser Punkt ist sehr bedenklich. Amazon sieht also seine eigenen Partner, zum Beispiel Vendoren (Hersteller die an Amazon direkt liefern) eben nicht als Partner an, sondern als Wettbewerber. Am liebsten würde Amazon ALLES selber herstellen und verkaufen. Siehe auch Vor- und Nachteile bei Vertrieb auf Amazon.

Amazon sieht alle anderen Unternehmen als Konkurrenz an, obwohl es im Moment noch auf viele angewiesen ist (DHL, UPS, Hersteller wie Adidas, Nike etc.).

177,866 MRD $ Umsatz 2017

Amazon Umsatz 2017 Marketing E-Commerce

Das Umsatzwachstum Jahr für Jahr ist einfach nur beeindruckend. Schon wieder um 40 MRD Dollar gewachsen, auf 178 Milliarden Dollar. Eine Wachstumsrate von 30%. Unglaublich! Blickt man zurück auf Amazons Konkurrenten könnte man seine Aussage auch von unglaublich auf beängstigend ändern. Amazon scheint also gerade in den letzten Jahren sehr viel richtig gemacht zu haben. Wobei man zusätzlich bedenken sollte, dass Amazon 2015 noch mit dem FirePhone total gescheitert ist.

Die Zahlen bis auf den Cash Flow 2017 (unten rechts ) sind also sehr gut.

Warum ist der Cash-Flow nicht so stark gestiegen?

Amazon Cash Flow Marketing E-Commerce

Die Investitionen und in diesem Zusammenhang auch die Finanzierungskosten sind sehr stark gestiegen. Größtenteils liegt das an der Übernahme von der Supermarktkette Whole Foods in den USA.

Amazon Umsatz nach Branchen

Amazon Marketing E-Commerce AWS International Nord Amerika

Hier der Umsatz unterteilt in Nord Amerika, International und Amazon Web Services. Auffällig ist sicherlich die Wachstumsrate von AWS mit 43% und der Vergleich von Nord Amerika und dem Internationalem Geschäft. In Nord Amerika liegt die Wachstumsrate mit 33% sehr hoch, während International die Wachstumsrate nur bei 23% liegt. Selbst 23% ist eine enorme Wachstumsrate. Nur wer hier mitzieht kann langfristig gegen Amazon bestehen.

Amazon Marketing E-Commerce Internationales Verlustgeschäft

Auf Internationaler Ebene macht Amazon jedoch 3 Milliarden Dollar Verlust! Amazon ist also außerhalb der USA mit seinem Kerngeschäft nicht profitabel!

Das wichtigste Land außerhalb der USA ist Deutschland!

Amazon Deutschland Marketing E-Commerce

Für Deutschland weist Amazon ein Wachstum von nur knapp 3 Milliarden Dollar auf. Man kann nach konservativer Schätzung davon ausgehen, dass Amazon ca.30% bis 40% vom gesamten E-Commerce Umsatz in Deutschland macht. Warum gibt es hier zu keine verlässlichen Zahlen? Die 16,951 Milliarden, die Amazon hier für Deutschland ausweist ist der Umsatz den Amazon in Deutschland macht. Über die Plattform Amazon werden aber auch zig Produkte von dritten Händlern verkauft. Von diesen Händlern kassiert Amazon eine Provision von ca.15% auf den verkauften Artikel. Diese 15% finden wir in den fast 17 Milliarden auch wieder. Es fehlen dann aber noch ca. 85% vom Marktplatzgeschäft.

Auf Basis dessen, ist es schwierig eine Prognose zu geben, wie sich der E-Commerce-Markt in Deutschland entwickelt. Die zweit und drittplatzierten, wie Otto und Zalando legen auch sehr gut zu. Amazon wächst jedoch schneller und wird immer größer.

Sind Amazon Grenzen gesetzt?

Aktuell sieht dies zwar nicht danach aus, so stellt sich jedoch auch die Frage: Kann Amazon alles für alle sein? Nein ich denke nicht. Nischen wird es immer geben und die Produktseiten von Amazon lassen sich einfach nicht mit genug Informationen füttern, wie es für manche Produkte notwendig ist. Problematisch für diese kleineren Shops ist leider die Sache mit der Bequemlichkeit. Die kleinen Shops verfügen einfach nicht über die Ressourcen ähnliche Konditionen wie Amazon anzubieten in Bezug auf Versandkosten, Lieferzeiten und Bezahlarten und so werden einfache Technikprodukte oder an sich simple Massenprodukte gerne bei Amazon bestellt, während zum Beispiel aufwendige Produkte wie Musikinstrumente vom Fachhändler bestellt werden.

Wer auf der Suche nach lohnenswerten langfristigen Geschäftsmodellen ist, sollte sich also vor allem auf Produkte aus den Hobbybereichen spezialisieren. Hier investieren Menschen einfach gerne viel Zeit mit Produktrecherche, Angeboten und persönlicher Beratung. Dieser Produktbereich verknüpft mit neuen Innovativen Ansätzen könnte weiterhin ein interessantes Geschäftsmodell für kleine und mittlere Unternehmen sein.

Amazon Ads das neue Google Adwords?

In Marketing Kreisen wird des öfteren darüber gesprochen, ob Amazon Marketing das neue Google Adwords wird. In die Zukunft kann keiner blicken, jedoch ist diese Entwicklung sicherlich sehr bedenklich. Google und Facebook werden ja gerne als Walled Gardens beschrieben: Ein Unternehmen zahlt hohe Zollgebühren, dafür ist der Wettbewerb im Walled Garden dann aber auch fair, während das auf Amazon einfach nicht der Fall ist. Versucht man zum Beispiel auf Amazon auf die erste Produktseite zu kommen führt kein Weg an Fake Produktkäufen und Rezensionen vorbei. Rechtlich alles schwierig und unklar. Amazon kann einen jederzeit entfernen und tut dieses auch öfter als gedacht. Aber das ist ein anderes Thema in diesem Artikel soll es um den Jahresbericht von Amazon gehen.

Die 4-Strategischen Erfolgsfaktoren von Amazon

In einem weiteren Artikel hatte ich bereits über die 4-Strategischen-Erfolgsfaktoren von Amazon gesprochen. Amazon selbst sieht seine vier Erfolgsfaktoren etwas anders, als die von mir beschriebenen Punkte. Für Amazon sind Customer Centricity,  „operational excellence“, Innovation und „long-therm thinking die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Das geht zumindest aus dem diesjährigen Bericht hervor.

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