Geschäftsmodelle im Online Handel – E-Commerce

Im E-Commerce haben sich verschiedene Geschäftsmodelle etabliert. All diese Geschäftsmodelle liegen einem ständigen Wandel zu Grunde und es deutet alles darauf hin, dass in Zeiten der Plattform Ökonomie einige dieser Geschäftsmodelle verschwinden werden.

  • Pure-Online-Handel(z.B. Otto)
  • Kooperierender-Online-Handel(z.B. Amazon Seller)
  • Multi-Channel-Handel(z.B. Media-Markt/ Saturn)
  • Hybrider-Online-Handel(z.B. Katalogversender)
  • Vertikalisierter Online Handel(Hersteller wie Nike, Adidas, iWatch, Apple…)

Pure Online Handel

Zu dem Pure-Online-Handel gehören klassische Online Händler, die eigene Sortimente zusammenstellen und über das Internet anbieten. Trotz der Dominanz von Amazon, Otto und Zalando finden sich noch viele weitere kleine und sehr spezialisierte Anbieter auf dem Markt. Neben Händlern für Tierbedarf, zum Beispiel Zooplus.de, gibt es unzählige kleine Online Shops für ganz bestimmte Nischen.

Durch immer einfacher werdende Online Shopsysteme ist es möglich innerhalb kurzer Zeit und mit begrenztem Budget einen kleinen Online Shop zu eröffnen.

E-Commerce Order and Pay Here Smartphone

Kooperierender-Online-Handel

Kooperierende Online Händler sind Händler, die Ihre Produkte größtenteils über Plattformen wie Amazon oder Ebay verkaufen und damit eine Kooperation mit diesen eingehen. Die meisten Händler besitzen weiterhin einen kleinen Online Shop oder ein stationäres Geschäft. Der Kooperierende-Online-Handel macht einen wesentlichen Anteil am E-Commerce Umsatz. Das Aufbauen eines Shops bei Amazon oder Ebay ist sehr einfach. Bei Amazon ist es sogar möglich das komplette Fulfillment an Amazon abzugeben. Die Händler profitieren dabei von den enormen Reichweiten und dem großen Vertrauenspotential von Plattformen, wie Amazon oder Ebay. Das führt zu einem sehr intensiven Wettbewerb.

Multi-Channel-Handel

Multi-Channel Händler sind meist stationäre Händler, die das Internet als zusätzlichen Absatzweg nutzen. Zum Beispiel Mediamarkt und Saturn, die beide neben dem stationären Geschäft einen Online Shop betreiben. Auf der anderen Seite steigen immer mehr Pure-Internet-Player in das stationäre Geschäft ein. So verkauft mymuesli.de auch bei Rewe und eröffnet eigene kleine Stores in den Großstädten. Das gleiche gilt auch für Amazon mit der Aquisition von Whole Foods in den USA. Amazon ist also gleichzeitig auch bei diesem Geschäftsmodell vertreten. Allgemein gilt der Multi-Channel als äußerst schwierig. Das Buzzword Multi Channel ist die Zukunft, die Customer Journey muss den Kunden Online & Offline stattfinden usw. wird häufig gehört, stimmt aber nur teilweise. Für große Brands sehe ich den Multi Channel durchaus als erfolgreich an. Durch Physische Stores kann das Erlebnis in sehr vielen Bereichen und die Vertrautheit mit der Marke gesteigert werden. Leider wird dieses Konzept gerne auf alle Händler bezogen. Plötzlich versuchen kleine oder große Händler online mitzumischen ohne die nötigen IT – Kompetenzen zu haben. Einen Einblick in die aktuelle Situation im E-Commerce findet ihr hier.

Hybrider Online Handel

Hybride Online Händler sind ehemalige reine Distanzhändler (Katalogversender, Direktvertrieb), die das Internet als weiteren Vertriebskanal nutzen. Sie bleiben dabei weiter Distanzhändler und verfolgen keine Multi Channel Strategie. Bei der Umsetzung eines Onlineshops konnte man von der bereits vorhandenen Logistik, Warenwirtschaft, CRM und den Katalog profitieren. In Zeiten zunehmender Automatisierung vor allem im Bereich der Preispolitik stößt der Hybride Online-Handel auf große Probleme, da der Katalog noch immer ein sehr wichtiges Absatzinstrument ist, ist es nicht möglich die Preise ständig (automatisch) anzupassen.

Vertikalisierter Online Handel – E-Commerce

Vertikalisierte Online-Händler sind Hersteller, die den Online Kanal nutzen, um direkt an den Endkunden zu verkaufen. Diese verkaufen Ihre Produkte größtenteils über den Handel oder eigene Flagshipstores. Doch die neuen Online Absatzwege bilden eine kostengünstige Möglichkeit Produkte mit vergleichsweise hoher Marge zu verkaufen. Im herstellereigenen Onlineshop haben die Händler die Wertschöpfungskette in eigener Hand und damit wesentlichen Einfluss auf die Markenhandschrift.

Zum Beispiel bietet Lego auf seiner Website neben der Produktpräsentation, einem Community-Forum und eigenem Shop auch diverse Spiele an. Die Möglichkeit Videos und Spiele mit in die Produktpräsentation einzubauen macht das Kaufen im Internet sogar spannender und erlebnisreicher als im Einzelhandel. Gleiches gilt für die Brettspielhersteller. Produktkategorien, die im Internet spannender angeboten werden als im stationären Geschäft, profitieren besonders vom steigendem Online Handelsvolumen, aber auch Hersteller wie adidas.de, hugoboss.de nutzen seit Jahren einen eigenen Online-Shop. Bisher halten die Hersteller Ihre Preise meist deutlich über den der stationären Händler, aber schon in naher Zukunft dürften die klassischen stationären Einzelhändler neben den Online Händlern auch noch Konkurrenz von den Herstellern bekommen, die Ihre Produkte im eigenen Shop deutlich günstiger anbieten könnten.

Schachmatt im Online Handel

Fazit

Am Ende entscheidet der Kunde, welche Geschäftsmodelle weiterhin auf Wachstumskurs bleiben und welche nicht.

Totgeglaubte Konzepte wie sie zum Beispiel IDEALO verfolgt (Idealo ist eine reine Preisvergleichsseite und leitet in der Regel Traffic auf den Händler zu) können weiterhin beim Kunden punkten. Ich vertrete sogar die Meinung, dass das Konzept von Idealo wieder stärker in den Fokus gerückt wird. Idealos USPs sind ganz klar die ausführlichen Testberichte und gute Angebote. Früher hatte man den Testberichten meistens nicht direkt vertraut. Kundenbewertungen waren und sind der ausschlaggebende Punkt. Das Problem dabei ist das man davon ausgehen kann das die meisten Produktbewertungen auf Amazon und auch im Internet überhaupt gefaked sind. Auf Amazon kann ein Händler damit rechnen das die Rezensionsrate zwischen 0,1%-2% liegt.

Bewertungen stellen aber ein so wichtiges Kaufargument für Kunden dar, sodass die meisten Händler sich diese Bewertungen teuer erkaufen. Obwohl Amazon seid diesem Jahr hart durchgreift und zumindest auffällige Fake Bewertungen löscht und neue Fake Bewertungen erschwert, ist Amazon einfach viel zu groß um hier konsequent durchgreifen zu können. Das führt dazu, dass die Bewertungen auf Amazon auch im Kopf der Kunden eine immer niedrigeren Stellenwert haben.
Wenn mir zum Beispiel einen mit 100+ 5 Sterne bewerteten USB – Stick für 5€ kaufe, erwarte ich das dieser auch sein Versprechen hält und nicht nach kurzer Zeit kaputt geht. Gerade Chinesische Produkte werden leider häufig sehr verfälscht bewertet. Solange das so ist werden nach schlechten Erfahrungen vermehrt Kunden Idealo und Co. nutzen.

2 Gedanken zu „Geschäftsmodelle im Online Handel – E-Commerce“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe derzeit eine Seminararbeit. Gibt es zu den Geschäftsformen zum elektronischen Handel eine Quelle?

    Danke im Voraus

    Mit freundlichen Grüßen
    Vanessa Götz

    Antworten
    • Hallo Frau Götz,
      es freut mich, dass Sie den Artikel gelesen haben.
      Folgende Bücher kann ich Ihnen zu diesem Thema empfehlen:

      – Das E-Commerce Buch (Alexander Graf & Holger Schneider – zu finden z.b. auf Amazon)
      – Der neue Online Handel (Gerrit Heinemann – auch auf Amazon zu finden)

      Der Artikel ist angelehnt an eine Mischung aus beiden Büchern. Zu finden in dem jeweiligen Kapitel.

      Viele Grüße
      René

      Antworten

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